Übertragungsmedien

Übertragungsmedien in einem Netzwerk sind entweder Kupferkabel, Lichtwellenleiter oder Funk. Für Kupferkabel wird der 8-polige Steckertyp RJ 45 verwendet und für Glasfaserkabel ein SC-Stecker.

Kupferkabel

Übertragungsmedien - LAN KabelIn Kupferkabel ist eine ummantelte elektrische Leitung, die Elektroströme zum Zweck der Daten- oder Energieübertragung weiterleitet. Ein Kabel besteht aus mehreren Kupferdrähten oder Kupferlitze und ist mehrfach isoliert.

Ein Netzwerkkabel wird auch als Patchkabel oder Twisted-Pair-Kabel bezeichnet. Es gibt Cross-Over-Kabel und Straight-through-Kabel. Bei einem Cross-Over-Kabel sind die Adernpaare 1/2 und 3/6 gekreuzt. Ein Straight-through-Kabel ist ein gerades Kabel. Hier sind alle Pins im Kabel direkt und gerade miteinander verbunden. Pin 1 am Anfang des Kabels ist also mit Pin 1 am Ende des Kabels verbunden.

Eine einfache Regel zur Benutzung von Cross-Over- oder Straight-through-Kabel ist: Gleiches und Gleiches wird immer mit einem Cross-Over-Kabel verbunden.

Beispiel:

Gerät 1                Gerät 2                Benötigte Kabel

Netzwerkkarte     Switch                 Straight-through-Kabel
Router                  Switch                 Straight-through-Kabel
Netzwerkkarte     Netzwerkkarte    Cross-Over-Kabel
Switch                  Switch                 Cross-Over-Kabel

Netzwerkkabel sind in verschiedene Kategorien unterteilt:

Kategorie    Kabeltyp  max. Frequenz   Verwendung

Cat1            UTP-1        100 kHz               Nur informell definiert
Cat2            UTP-2        100 kHz               Nur informell definiert
Cat3            UTP-3        16 MHz                10BaseT und Telefonie (ISDN)
Cat4            UTP-4        20 MHz                16 MBit Token Ring (seltene Verwendung)
Cat5            UTP-5        100 MHz              100BaseT – am häufigsten verwendet
Cat6            UTP-6        200 MHz               Multimedia und ATM-Netze
Cat7            UTP-7        600 MHz               Gigabit-Ethernet

Lichtwellenleiter

Lichtwellenleiter bestehen aus Glasfaser oder Kunststoff und haben eine sehr hohe Übertragungsrate (Gigabit- bis Terabitbereich). Hier werden im Gegensatz zu Kupferleitungen keine elektrischen Signale übertragen, sondern Photonen (Lichtteilchen). Ein Lichtwellenleiter besteht aus einem Kern, durch den die Lichtsignale transportiert werden, einem Mantel und einer Schutzbeschichtung.

Es gibt zwei Arten von Lichtwellenreitern: den Single- und den Multi-Mode.

Der Single-Mode-Kern hat einen Umfang von circa 9 Mikrometer* und verwendet infrarotes Laserlicht für die Übertragung. Hier wird nur ein Signal über das Kabel übertragen. Mit Singlemode-Fasern können Strecken bis zu 250 km überbrückt werden (ohne Repeater).
Anwendung: Telefonleitungen oder Kabelfernsehen.

Der Multi-Mode-Kern hat einen Umfang von circa 62 Mikrometer* und nutzt das Licht einer LED (engl.: Light Emitting Diode = lichtemittierende Diode) für die Übertragung. Bei Multi-Mode werden mehrere Signale über eine Glasfaser geschickt, was allerdings den Nachteil hat, dass Multi-Mode-Kabel in der Länge begrenzt sind, da es bei der Übertragung mehrer Signale zu Signalbeeinflussungen kommt.
Anwendung: Computernetzwerke

*1 Mikrometer entspricht dem Millionstel eines Meters

Medientypen

Weiterhin gibt es verschiedene Ethernet-Medientypen:

Name             Kabeltyp                  Datenrate    Max. Länge
p. Segment

10Base2        Koaxialkabel            10 Mbit/s       185 m
10Base5        Koaxialkabel            10 Mbit/s       500 m
10Base-T       Twisted-Pair-Kabel  10 Mbit/s       100 m
100Base-TX   Twisted-Pair-Kabel  100 Mbit/s     100 m
100Base-FX   Glasfaserkabel         100 Mbit/s     400 m
1000Base-T   Twisted-Pair-Kabel   1000 Mbit/s   100 m
1000Base-SX Glasfaserkabel         1000 Mbit/s   200-550 m
1000Base-LX Glasfaserkabel         1000 Mbit/s   5000 m

Funk – Wireless LAN

Wireless LAN ist ein lokales Netzwerk, das auf Funkbasis arbeitet. Hier werden die Endgeräte des Netzwerkes mit Funkzubehör ausgerüstet und die Datenübertragung läuft kabellos. Eine Basisstation, auch Access Point (engl. = Zugriffspunkt) genannt, ist die Zentrale und koordiniert die anderen Knoten bzw. Clients des Netzwerks. Die Clients kennen den festgelegten Netzwerksnamen und die Verschlüsselungscodes und haben somit Zugriff auf die Basisstation.

Die Reichweite dieser Netzwerke liegt zwischen 30-100 Metern und hängt zudem von der Infrastruktur des Gebäudes ab. So können dicke Betonwände oder eingebaute Stahlträger die Reichweite des Netzwerkes stark verringern.

Die Übertragungsgeschwindigkeit bei Wireless LAN hängt von der Anzahl der Nutzer ab, die dieses Netzwerk gleichzeitig nutzen. So stehen beispielsweise bei einer Geschwindigkeit von 12 Mbit/s und einer gleichzeitigen Nutzung des Netzes von 4 Personen, jeder Person nur 3 Mbit/s zur Verfügung.

Viele öffentliche Einrichtungen, wie Flughäfen oder Hotels bieten sogenannte Hotspots an. Hotspots sind öffentliche Zugänge zu einem Wireless LAN. An diesen Orten kann man sich dann mit einem Laptop in das zur Verfügung gestellte Netz einwählen und zum Beispiel E-Mails abrufen oder das Internet zum Surfen benutzen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zum Thema Netzwerkkabel.

Wenn Sie zuhause ein eigenes WLAN einrichten wollen, finden Sie hier eine einfach verständliche Anleitung zur Einrichtung von WLAN unter Windows XP und eine Erklärung zur WLAN Einrichtung unter Windows Vista.

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