Die optimale Internetverbindung für Gamer – Mbits sind nicht alles

Wer oft große Datenmengen über das Internet austauscht, profitiert von einer schnellen 50- oder 100-Mbit-Leitung – Down- und Uploads werden spürbar schneller abgewickelt als über eine 16-Mbit-Anbindung. Wer aber online hauptsächlich Spiele zockt, sollte sein Augenmerk auf mehr als die pure Datenübertragungsrate legen.

Weniger ist mehr

Denn aktuelle Online-Spiele und Updates schnell spielen bzw. herunterladen zu können, ist zwar eine schöne Sache, gerade weil das große Angebot an kostenlos spielbaren Titeln zum Ausprobieren einlädt. Noch wichtiger ist aber die Performance beim Spielen selbst. Gerade bei kompetitiven Multiplayerspielen wie Counterstrike oder League of Legends kommt es auf schnelle Reaktionszeiten an – seitens des Spielers und der Internetverbindung.

Die sogenannte Latenz gibt die Signallaufzeit der Verbindung an, also wie lange es dauert, bis die Eingabe des Spielers den Server erreicht und umgesetzt wird. Im Internetjargon auch Ping genannt, wird die Latenz in Millisekunden angegeben. Je geringer die Latenz, desto besser die Reaktionszeit. Weniger ist hier also mehr. Spätestens wenn der Ping sich im dreistelligen Bereich bewegt, beeinträchtigt das die Spielerfahrung merklich, erstrebenswert ist eine Latenz im hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich. Die Seite speedtest.net testet die Geschwindigkeit der verwendeten Internetverbindung, und auch die aktuelle Latenz lässt sich dort ablesen.

Latenz verbessern

Wenn die Latenz höher als gewünscht ist, gibt es bessere Varianten als den offensichtlichen Wechsel in einen vermeintlich schnelleren Internettarif – denn Latenz und Bandbreite haben erst einmal nichts miteinander zu tun. Eine viel größere Rolle spielt aber, wie die Daten auf den letzten Metern vom Router zum Endgerät übertragen werden. Eine WLAN-Lösung ist bei vielen Verbrauchern beliebt – sie reduziert Kabelsalat und ist insbesondere dann praktisch, wenn sich PC oder Konsole in einem anderen Raum als der Router befinden. Selbst für bandbreitenintensive Anwendungen wie Filmstreaming sind moderne WLAN-Router durchaus geeignet – fürs Gaming ist eine direkte Kabelverbindung zum Router aber besser. Denn drahtlose Netzwerke sind anfälliger für externe Störungen, die sich zwar kaum merklich auf die Bandbreite auswirken, aber zu einer unregelmäßigen und potenziell höheren Latenz führen können. Wer keine Möglichkeit hat, ein Kabel zu verwenden, hat noch eine weitere Option: Mehrere Hersteller bieten sogenannte Powerline- oder dLAN-Adapter an, die das Internetsignal durch das hausinterne Stromnetz durchschleifen.

Wenn all das nichts bringt, kann ein Anruf beim Internetanbieter Abhilfe schaffen: Oft kann man für einen geringen Aufpreis die sogenannte Fastpath-Option zum vorhandenen Tarif hinzubuchen – dadurch kann durch Abschalten einer Fehlerkorrektur für die Datenübertragung eine bessere Latenz erzielt werden.

Bildrechte: Flickr Netzwerkkabel – Makro Christoph Scholz CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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