dLAN – Die WLAN-Alternative aus der Steckdose

Nicht immer stellt W-LAN für das heimische Netzwerk die beste Lösung dar. Denn oftmals schwächen Decken und Wände die Signalstärke beträchtlich. Als sinnvolle Alternative bietet sich dLan (direct LAN) an, das einfach die vorhandene Infrastruktur der Netzverkabelung nutzt und das Signal über die Stromleitung verbreitet. Erfahren Sie alles Wissenswerte über diese neuartige Netzwerktechnik.

Wegweiser mit W-Lan und D-Lan

Für was dLAN steht und wie dieses funktioniert

Mit direct LAN bezeichnet das deutsche Unternehmen für Netzwerktechnik devolo die alternative Einrichtung eines Netzwerkes auf der Grundlage von Stromleitungen. Auf dem Markt finden sich hierzu auch alternative Bezeichnungen, wie etwa Power-LAN, PLC oder Powerline. Über direct LAN werden in einem Büro oder Haushalt Fernseher, Drucker oder Computer schnell und mit relativ hoher Datenrate vernetzt.

Als Übertragungsmedium macht sich diese Netzwerktechnik Stromleitungen zunutze. Die Verbindung wird hierbei über spezielle Adapter aufgebaut, die an haushaltsübliche 230 V-Steckdose verankert werden. Dieser Adapter fungiert als Modem und moduliert digitale Datensignale von Computern etc. in hochfrequente Signale um, welche über das Stromnetz geschickt werden. Für gewöhnlich kommen Frequenzen zwischen 2 und 68 MHz zum Einsatz. Der dazugehörige Standard nennt sich IEEE 1901. Der Aufbau eines Netzwerkes, welcher mindestens zwei Adapter erfordert, gestaltet sich hierbei sehr einfach. Sind die Adapter erst einmal an das Stromnetz angeschlossen, genügt es, den einen über ein Netzwerkkabel an den Computer und den anderen an den Router anzuschließen. Wird schließlich noch der Knopf auf dem Adapter betätigt, finden sich die Adapter von alleine und die Geräte sind miteinander verbunden. Die erforderliche Hardware fürs eigene dLAN Netzwerk finden Sie hier.

Wie direct LAN dem Vergleich mit LAN und W-LAN standhält

Die Vorteile von direct LAN liegen auf der Hand. So entfallen etwa die meterlangen Ethernetkabel, die beim LAN zur Überbrückung größerer Entfernungen erforderlich sind. direct LAN stellt demnach gerade dann eine komfortable Lösung dar, wenn mehrere Stockwerke überbrückt werden sollen. Auch im Vergleich zum W-LAN hat direct LAN unter bestimmten Aspekten die Nase vorn. Zum einen ist nicht jedes internetfähige Gerät in der Lage, ein WLAN-Signal zu empfangen. Die neue strombasierte Netzwerklösung würde an dieser Stelle für Abhilfe sorgen. So lassen sich selbst solche Drucker netzwerkfähig machen, die über einen USB-Anschluss jedoch nicht über einen Netzwerk-Anschluss verfügen. Auch im Hinblick auf die Signalstärke liegen die besseren Argumente auf Seiten von direct Line, zumal diese bei WLAN-Routern mit zunehmender Entfernung vom Gerät stark abnimmt. Auch ein klassischer WLAN-Repeater kann an abgelegenen Orten im Haus nur eingeschränkt helfen. Mit direct LAN lassen sich hingegen Reichweiten von bis zu 300 Metern ohne weiteres erzielen. Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass die meisten WLAN-Geräte (z.B. Spielkonsole, Smartphone, Laptop) nach dem 802.11n-Standard lediglich Funkverbindungen mit einer Übertragungsrate von bis zu 130Mbps herstellen. Bestenfalls werden Übertragungsgeschwindigkeiten von 300Mbps erreicht. direct LAN verspricht dagegen eine maximale Geschwindigkeit der Datenübertragung von 500Mbps (Devolo dLan 500 duo bei Arlt.com). Das Tempo reicht für sämtliche gängigen Internet-Dienste aus, sei es Spiele, Videostreaming oder ähnliches. Beachten Sie allerdings, dass zusätzlich am Stromnetz angeschlossene Geräte sowie die Nutzung von Mehrfachsteckdosen – vor allem solche mit Überspannungsschutz – die Leistung dämpfen könnten.

Stromnetzwerk mit D-LanInternet aus der Steckdose: Einsteiger Sets mit 2 Adaptern und Ethernet-Kabel sind bereits für ca. 30 € zu haben.

Nicht empfehlenswert sind ältere, auf HomePlugAV basierende Geräte, da diese deutlich niedrigere Übertragungsraten erreichen. Auch in puncto Sicherheit schneidet direct LAN besser ab als konkurrierende Netzwerklösungen. Denn wer Daten abhören möchte, muss sich mit einem Adapter Zugang zum Stromnetz verschaffen. Ferner sind Informationen innerhalb eines Kreises verschlüsselt und auch die 128-Bit-Codierung schützt vor unerlaubtem Zugriff. Cyber-Angriffe über das Internet sind demnach nicht möglich. Bei direct LAN ist zudem die Strahlung deutlich geringer als bei W-LAN oder Bluetooth. Denn während direct LAN nach einer bestimmten Zeit in einem praktisch strahlungsfreien Ruhemodus übergeht, funkt W-LAN auch bei mangelnder Datenübertragung weiter.

Fazit

Die hohen Übertragungsraten, die hohe Reichweite wie auch die Sicherheit vor externen Angriffen macht ein Umstieg von W-LAN auf dLAN interessant. Die Anforderungen hierbei sind niedrig, zumal neben zwei Adaptern lediglich das vorhandene Stromnetz sowie zwei Netzwerkkabel benötigt werden. Auf diese Weise kann ein zuverlässiges Netzwerk aufgebaut werden, in welchem sogar solche Geräte verbunden werden können, die selbst nicht netzwerkfähig sind.

Bilder: #60959359 © stockWERK – Fotolia, #31879558 © seen – Fotolia.com

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