Am WLAN-Hotspot ins Netz

Mittlerweile gibt es eine große Anzahl an Anbietern, die die Nutzung kostenloser oder kommerzieller WLAN-Hotspots ermöglichen. An stark frequentierten Orten ist die Versorgung hier in der Regel schon sehr ausgeprägt, insbesondere an Flughäfen, Bahnhöfen und touristisch gut erschlössen Gebieten können meist sogar direkt mehrere Hotspots verschiedener Anbieter in Anspruch genommen werden. Hotelketten, Cafés oder Restaurants bieten den Service sogar immer häufiger kostenfrei an. Für Nutzer ist das zweifellos praktisch, wenngleich trotz allem Komfort auch ein paar Sicherheitsaspekte beachtet werden sollten.

Möglichkeiten der Hotspot-Nutzung

wlan-zoneIm Gegensatz zu klassischen UMTS-Netzwerken haben die Hotspots (ob nun kostenlos oder kommerziell) eine Reihe von Vorteilen. Meist fällt ihre Übertragungsrate beispielsweise sehr viel höher aus, sodass sie nicht nur dort verfügbar sind, wo schnelle Mobilfunknetze fehlen. Auch die Anschaffung einer SIM-Karte oder eines UMTS-Surfsticks wird auf diese Weise überflüssig. Note- und Netbooks der neueren Generation enthalten außerdem standardmäßig eine integrierte WLAN-Schnittstelle, sodass die Verbindung selbst keinerlei Probleme mit sich bringt. Einen Wehrmutstropfen bildet hier hingegen die Preispolitik, denn die Nutzung ist verhältnismäßig teuer – unter Umständen lohnt sich in diesem Fall allerdings ein entsprechender Mobilfunk-Tarif des jeweiligen Anbieters.

Weitere Vorteile

  • Keine Drosselung – Mobilfunkanbieter drosseln ihre Datenflatrates ab einer bestimmten Übertragungsrate auf ISDN-Geschwindigkeit, die Nutzung von WLAN-Hotspots kann allerdings dazu beitragen, dass die Drosselungsgrenze erst später oder am besten gar nicht im Abrechnungszeitraum erreicht wird.

 

  • Günstiger als Daten-Roaming – gerade bei der Nutzung im Ausland sind Mobilfunknetze für den Internetzugang meist sehr teuer aufgrund der hohen Roaming-Gebühren. WLAN-Hotspots schaffen auch hier Abhilfe und stellen in Hotels oder Cafés oftmals die einzige Möglichkeit dar, preiswerter ins Internet zu gelangen.

wifiDie meisten Nutzer von WLAN-Hotspots nutzen ohnehin eine passende Flatrate, um unbegrenzt im Internet zu surfen. Sogenannte Allnet-Flatrates bieten hier beispielsweise das Rundum-Paket, bei dem nicht nur grenzenloses Telefonieren und SMS-Verschicken möglich wird, sondern ebenfalls das mobile Surfen, das in diesem Fall entweder nach verbrauchtem Volumen, also Traffic, oder mithilfe eines Tarifs inklusive Internetflatrate abgerechnet wird. Anbieter machen es so für einen verhältnismäßig geringen Preis möglich, die rund 8.500 angebotenen Hotspot-Standorte zu nutzen und so ohne Limit mobil zu surfen. Ein entsprechender Vergleich der vielen Anbieter und die Nutzung temporärer Aktionen oder Rabatte zahlt sich ebenfalls aus.

Gratis WLAN kann teuer werden

Zwar sind kostenlose Internet-Zugänge an öffentlichen Orten sehr praktisch und komfortabel, dennoch lauern hier für Verbraucher auch gewisse Gefahren, denn bekanntermaßen sorgen sogenannte Datendiebe immer wieder für Risiken. Zum einen entsteht eine solche Gefahr durch Drahtloszugänge, die ungeschützt oder sogar extra zum Bespitzeln Ahnungsloser angeboten werden. Andererseits gibt es wiederum Personen, die die übertragenen Daten direkt durch die Luft abgreifen. Gerade an öffentlichen Plätzen sind diese Angriffsmöglichkeiten auf private Daten nicht selten, im Idealfall sollten Risiken daher minimiert und Zugangsdaten bei solchen potenziell unsicheren Quellen gar nicht erst eingegeben werden. Aber auch darüber hinaus ist eine gewisse Vorsicht angebracht, denn Datendiebe haben sich mittlerweile so manchen cleveren Trick einfallen lassen:

Krimineller Access Point

  • In der Nähe von öffentlichen WLAN Spots eröffnen Kriminelle nur allzu gerne temporäre Zugänge, die eine sehr ähnliche Kennung verwenden. Dank der unmittelbaren Nähe ist hier eine höhere Signalstärke gegeben, sodass Unwissende sich keinerlei Gedanken über mögliche Konsequenzen machen und die unkomplizierte Anmeldung nutzen. Der Täter ist daraufhin in der Lage, den darauffolgenden Datenverkehr zu speichern, wobei die interessantesten Daten sogar direkt durch einen Filter in Echtzeit herausgezogen werden, um genutzt zu werden.
  • Das kann beispielsweise in Form eines Aufrufs einer Banken-Website geschehen, bei der in Wirklichkeit aber eine Phishing-Seite hinterlegt ist und die Daten so speichert, um sie später zu verwenden. Aber auch auf das Netzwerk einer Firma lässt sich auf diese Weise zugreifen.

Passiver Datenklau

  • Eine andere Methode wird hingegen durch unverschlüsselte und dennoch genutzte Zugänge ermöglicht, da die Daten nun theoretisch für jeden frei empfang- und lesbar sind. Dafür waren früher noch entsprechende IT-Kenntnisse notwendig, heute gibt es dafür aber etliche Erweiterungen, die direkt im Browser genutzt werden können, beispielsweise Firesheep von Firefox.
  • Session-Cookies werden mithilfe des Tools aus dem unverschlüsselten Datenverkehr gefiltert, sodass sich der Nutzer nun auch ohne die Kenntnis der Nutzerdaten in eine bestehende Browser-Sitzung einloggen kann. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Mails lesen oder verschicken und beim Online-Shopping könnte die Lieferadresse geändert werden.

Um derartige Vorfälle zu vermeiden, sollten also in jedem Fall seriöse Provider genutzt werden, die WPA(2)-gesichert sind, wenngleich diese in der Regel nicht kostenlos sind. Ebenso bietet sich außerdem eine Flatrate-Nutzung an, da so ebenfalls eine ausreichende sichere Internet-Verbindung gewährleistet werden kann.


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