Kartensysteme: Vielfältige Lösungen für unterschiedliche Bereiche

Es ist noch nicht lange her, da galten Chipkarten als Wunderwerke der Technik. Wie der Kölner Stadtanzeiger in einem Rückblick aufzeigt, wurde die Aussicht, dass sich ein Bonner Reisender in einer Sparkasse in München Geld mit einer „Plastikkarte“ holen könnte, noch 1985 als kleine Sensation betrachtet.

Heute sieht die Sache freilich ganz anders aus. „Karten“ sind längst ein fester Bestandteil des täglichen Lebens geworden, nicht nur in Form der Giro- beziehungsweise EC- oder Kredit-Karte. RFID-Karten werden zum Beispiel zur Zugangskontrolle genutzt. Kundenkarten ermöglichen das Speichern und Auslesen von Rabattguthaben und die Analysierung des Kaufverhaltens, und mit „Mensakarten“ bezahlen Studenten ihr Essen. Dabei haben Unternehmen mittlerweile sogar die Möglichkeit, Chipkarten selbst herzustellen – mittels sogenannter „Kartendrucker“.

Auch Bankkarten nutzen heute modernste Technik, um die nötige Sicherheit bei optimaler Funktionalität zur Verfügung stellen zu können. Darüber hinaus haben Chipkarten jedoch noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten.

Auch Bankkarten nutzen heute modernste Technik, um die nötige Sicherheit bei optimaler Funktionalität zur Verfügung stellen zu können. Darüber hinaus haben Chipkarten jedoch noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten.

Chipkarten zur Zugangskontrolle

Zu den traditionellen Funktionen von Chipkarten gehört die Zugangskontrolle. Das bedeutet, dass sich Personen durch Karten für den Zugang zu speziellen Bereichen legitimieren, ob in Unternehmen, Behörden oder öffentlichen Einrichtungen. Eine Alternative zu Karten sind Transponder, die mit einem entsprechenden Chip ausgestattet sind.

Solche elektronischen Schlüssel haben mehrere Vorteile gegenüber ihren herkömmlichen Verwandten:

  • Niedrige Kosten in der Herstellung
  • Hohe Flexibilität
  • Geht eine Karte verloren, kann sie einfach gesperrt werden (anders als bei einem Schlüssel)
  • Kein Personal für die Verriegelung notwendig
  • Elektronische Übersicht über Zugangszeiten
  • Eine Karte ersetzt verschiedene Schlüssel

Chipkarten zur Zugangskontrolle können mit verschiedenen Funktionen ausgestattet sein – vom Öffnen von Türen abgesehen. Eine zentrale Stellung dabei hat die Zeiterfassung. Mithilfe von Chipkarten lässt sich einfach elektronisch protokollieren, wann ein Mitarbeiter ein Gebäude betritt und verlässt. Sogar wie lange er sich in einem bestimmten Raum aufhält, lässt sich damit häufig nachvollziehen. Daneben können Karten unter anderem verwendet werden

  • für das Bezahlen (zum Beispiel in der unternehmenseigenen Kantine)
  • für den Zugang zu einem Rechner oder Netzwerk

In aller Regel kommen heute kontaktlose Karten zum Einsatz. Das bedeutet, es ist nicht mehr notwendig, die Karte in ein Lesegerät zu stecken. Der Vorteil dabei ist neben einer bequemen Nutzung, dass es weniger schnell zu Abnutzungserscheinungen und Verschmutzungen kommt, die die Karte unlesbar machen. Oft ist es gar nicht mehr notwendig, diese für die Nutzung aus der Geldbörse zu nehmen.

Sicher ist auch ein wenig Vorsicht angebracht in Hinsicht auf die Verwendung von Chipkarten. Vor allem von einer Rundumbewachung ihrer Mitarbeiter sollten Unternehmen besser absehen. Das kurzzeitige Verlassen des Büros und der Gang auf die Toilette sollten auch ohne Verwendung einer Karte möglich sein.

Kundenkarten in vielen Bereichen

Auch Kundenkarten sind inzwischen weit verbreitet. Dazu gehört die EC-Karte, auf die wohl kaum noch jemand verzichtet. Doch auch der Handel setzt auf die Vorteile von elektronischen Karten für treue Kunden und solche, die es vielleicht werden möchten.

Die Vorteile dabei sind:

  • Kundenkarten geben Aufschluss über das Kaufverhalten und ermöglichen es Unternehmen so, ihr Sortiment besser auf dieses auszurichten. Darüber hinaus lassen sich so auch die Kundenbeziehungen optimieren.
  • Sie können für Rabatte verwendet werden. Gang und gäbe ist es zum Beispiel, Käufern mit Kundenkarte pro Einkauf „Punkte“ gutzuschreiben, die später gegen Preisnachlässe eingetauscht werden können. Das kann ein effektiver Anreiz dafür sein, einem Unternehmen beziehungsweise einer Marke treu zu bleiben.
  • Kundenkarten haben auch einen symbolischen Vorteil – vor allem gekoppelt mit Wörtern wie „V.I.P“. So signalisieren Sie dem Besitzer besondere Wertschätzung. Dafür sind allerdings nicht unbedingt elektronische Karten notwendig.

Angesichts dieser Vorteile ist es kein Wunder, dass vor allem große Ketten auf elektronische Kundenkarten setzen. Allerdings stieg in der jüngsten Vergangenheit die Angst der Verbraucher vor einem Missbrauch von Daten. Das ist ein Grund mehr für Unternehmen, vorsichtig mit Kundenkarten und den damit ermittelten Daten umzugehen.

Die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann setzt neuerdings auf anonyme Rabattkarten, wie die Stiftung Warentest berichtet. Damit kommen Kunden bei jedem Einkauf in den Genuss von Ermäßigungen auf spezielle Waren – ganz ohne Preisgabe persönlicher Daten.

SupermarktLebensmittel-Ketten bieten heute ebenfalls Kundenkarten mit speziellen Rabattsystemen an und erhalten im Gegenzug Daten.

Auftragsarbeiten oder selbst herstellen?

Natürlich gibt es viele Anbieter, bei denen sich Chipkarten bestellen lassen, ob für die Zugangskontrolle oder als Kundenkarte. Alternativ besteht die Möglichkeit, diese selbst anzufertigen. Dafür ist ein Kartendrucker notwendig.

Vorteile davon sind:

  • Langfristig geringere Kosten – bei entsprechender Stückzahl
  • Möglichkeit, schnell neue Karten zu erstellen (zum Beispiel wenn eine verlorengeht oder ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird)

Moderne Kartendrucker bieten eine ganze Reihe von Funktionen. Allerdings wirkt sich dies auch auf den Preis aus. Während einfache Modelle schon für wenige hundert Euro erhältlich sind, kosten Kartendrucker, die Karten mit Magnetstreifen oder Chips ausstatten, deutlich mehr. Mit mindestens 1.000 bis 1.500 Euro müssen Käufer nach Informationen auf allaboutcards.biz langfristig rechnen. Langfristig rechnet sich ein solcher Drucker dennoch häufig, und zwar dann wenn:

  • Viele Karten gedruckt werden
  • Häufig neue Karten angefertigt werden müssen

Als Faustregel wird häufig ausgegeben, dass sich ein Kartendrucker ab etwa 3000 bis 4000 Karten lohnt. Das ist weniger als es im ersten Moment erscheinen mag. Schon in Betrieben mittlerer Größe oder kleinen Unternehmen, die Kundenkarten einsetzen, ist eine solche Stückzahl schnell erreicht. Wer deutlich darunter liegt, fährt allerdings billiger mit einem externen Anbieter. Der Haken bei der Sache ist nur, dass dessen Preise meist umso günstiger sind, je mehr Karten bestellt werden. Außerdem sollte man Preisunterschiede berücksichtigen und nicht den erstbesten Anbieter wählen.

Chipkarten eröffnen viele Möglichkeiten

Elektronische Chipkarten sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Sie eröffnen viele Vorteile für Unternehmen, Kunden und Mitarbeiter, so lange man sie geschickt und gewissenhaft einsetzt. Angesichts des Trends, immer mehr persönliche Daten auf Karten zu speichern, werden Verbraucher verständlicherweise immer skeptischer. Deshalb kann es aus Sicht einer Firma durchaus sinnvoll sein, auf diverse Daten zu verzichten und sich dafür das Vertrauen der eigenen Kunden zu erhalten.

Bildquellen:
Abbildung 1: © Hans (CCO-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: © murphychen (CCO-Lizenz) / pixabay.com

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