Desktop-PC, Notebook, Tablet oder …? Welchen Rechner benötigen Schüler tatsächlich?

Würde man einem 14-Jährigen, technikaffinen Schüler die Aufgabe stellen, sich einen beliebigen Computer zusammenzustellen, käme am Ende wahrscheinlich ein Hightech-Monster, vollgestopft mit den leistungsfähigsten Komponenten heraus. Natürlich, fast jeder möchte im Zweifelsfall das Produkt mit der höchsten Leistung, und ohne Computer bleiben Schülern heute ein Großteil von sinnvollen Lernmaßnahmen verborgen – abgesehen von den auch in Zukunft nicht weniger wichtig werdenden Soft Skills. Kaum ein Beruf kommt heute noch ohne Grundkenntnisse in der Computerbenutzung auf. Deshalb sollten auch traditionell eingestellte oder sparsame Eltern sich mit Hinblick auf die Entwicklung und Berufschancen ihrer Sprösslinge nicht vor einem Computerkauf sperren. Ob das als eigener Rechner nur für das Kind oder in Form eines Familienrechners geschieht, ist zunächst zweitrangig. Wichtig ist, dass sich vor dem Kauf die ehrliche Frage gestellt wird: Was braucht ein Schüler wirklich? Dies nicht nur, um den Preis niedrig zu halten sondern auch, um seinem Kind nicht durch die Wahl des falschen Geräts das Lernen unnötig schwer zu machen. Wer sich am Ende des Textes für eine Variante entschieden hat, findet hier übrigens auch noch Informationen darüber, wie die Hardware auch die Internet-Geschwindigkeit beeinflussen kann. Doch vor jedem Kauf steht die Information, daher im Folgenden die Vor- und Nachteile von Desktop-Computern, Notebooks und Tablets nur mit Blick auf den Verwendungszweck als Schüler-Computer.

Desktop-Rechner

OpenClipartVectors 2 CCODer klassische „Rechenknecht“ mit Tower, Bildschirm, externer Tastatur und Maus bietet in der Form des Schüler-Computers einige gewaltige Vorteile. Der größte davon: Die Modularität. In gewissen Grenzen kann solch ein PC einfach und in Eigenarbeit über mehrere Jahre aufgerüstet und technisch am Puls der Zeit gehalten werden. Das spart nicht nur Geld – eine neue Grafikkarte ist meist um einiges billiger als ein neuer Computer. Vor allem können Schüler mit Hang zur Technik sich so auch selbst im Umgang mit den Hardware-Seiten eines Computers schulen. Der gewaltige Nachteil eines solchen Rechners ist die relative Ortsfestigkeit. Ein Desktop ist auch in Zeiten von Flachbildschirmen nicht „mal eben“ verpackt und für eine Präsentation in die Schule mitgenommen. Zwar können solche Hausarbeiten im Zweifelsfall auch via USB-Stick auf dem Schul-Rechner präsentiert werden, aber spätestens dann, wenn dieser ein bestimmtes Programm nicht installiert hat, das aber auf dem Heimcomputer vorhanden ist, wird es problematisch.

Notebook

OpenClipartVectors 1 CCOKlein, leicht und alles in einem Paket, dazu oftmals günstig beim Discounter erhältlich. Auf den ersten Blick sieht ein Notebook, auch als Laptop bekannt, tatsächlich wie der ideale Schüler-Computer aus. Allerdings gibt es hier ebenfalls einige kräftige Nachteile. Generell schlägt ein Notebook gleicher Leistung im Vergleich mit einem Desktop-PC wesentlich teurer zu Buche. Die Komponenten sind wesentlich kompakter und auf mobilen Betrieb ausgelegt, sprich: stromsparender im Vergleich. Das treibt den Preis nach oben. Zudem lässt sich an einem einmal gekauften Notebook kaum noch etwas in Sachen Hardware verbessern. Viele Laptops verfügen zwar über Slots zum Aufrüsten des Arbeitsspeichers, damit endet aber meist auch die Liste der Upgrademöglichkeiten. Dem entgegen steht natürlich die Mobilität. Morgens mit in die Schule genommen, lassen sich Beamer oder externer Bildschirm flugs über die vorhandenen Schnittstellen anschließen – Zudem lässt sich eine Präsentation am vertrauten eigenen Computer wesentlich entspannter durchführen, als wenn erst auf dem unbekannteren Schulrechner herumgeklickt werden muss. Bei Schülern, die bei solchen Vorträgen leicht nervös werden, kann das notenentscheidend sein.

Tablet

OpenClipartVectors 3 CCODas Tablet hat seit einigen Jahren die Computer-Nutzungskultur, speziell im Internet-Bereich, nachhaltig verändert. Die ganze Welt des Internets auf der Fläche eines Schulbuches, dazu dünn, günstig und leicht per Fingerklick zu bedienen. Und in den App Stores, den Marktplätzen für die zum Betriebssystem passenden Programme (Apps), gibt es Unmengen von Helferlein für kleines Geld, oftmals sogar kostenlos. Dazu die Möglichkeit, mit einem E-Book-Reader-Programm abertausende Bücher platzsparend unterbringen zu können. Es ist also kaum verwunderlich, dass die allgemeine Tablet-Nutzung in der Bevölkerung zunimmt, wie auch folgender Artikel beschreibt. Auch das Tablet hat viele Vorteile als Computer für Schüler. Dem entgegenstehen aber einige Nachteile, die es bei manchen Anwendungen fast gänzlich ungeeignet für den Lernbetrieb machen. Die nicht vorhandene physische Tastatur ist nur einer davon. Wer jemals versucht hat, mehr als einen Suchbegriff im Browser oder eine kurze Mail auf einem Touchscreen zu schreiben, der weiß, wie schwer das sein kann. Für Geräte mit Bluetooth-Verbindung gibt es zwar die Möglichkeit, kleine externe Tastaturen anzuschließen, aber die sind auch eben nur Ersatz für eine richtige Tastatur und kosten zudem auch noch eine Menge Geld. Ein weiterer Nachteil: Die ausschließliche Bedienung per Touchscreen macht vieles unnötig kompliziert. Das fängt bei der Bildbearbeitung an und hört beim Spielen auf. Zudem verfügt kaum ein Tablet über einen vollwertigen USB-Anschluss. Ein Stick lässt sich daher nur über Umwege einstecken. Nicht zuletzt sind die kostenlosen Apps oftmals nur abgespeckte Versionen von Kaufprogrammen, die nur über eingeschränkte Versionen verfügen.

Sonderfall Apple

US-Unternehmen Apple bietet mit einer „ganzheitlichen“ Produktpalette den Vorteil, dass alle zuvor genannten Computerarten in vielfältigen Varianten abgedeckt werden. Zudem adaptiert das Unternehmen seine Programme, sodass sie sowohl auf dem ortsfesten „Mac“ als auch dem Notebooks (Macbook) und dem Tablet (iPad) gleich aussehen und funktionieren. Eine umfangreiche Vernetzung erleichtert den Zugriff auf Daten innerhalb der Produktfamilie; So lässt sich beispielsweise vom iPad sehr einfach auf die Daten, die auf dem Mac gelagert sind, zugreifen. Klingt zunächst nur nach Vorteilen. Allerdings gibt es hier auch Schattenseiten. Apple-Produkte sind generell wesentlich teurer als Vergleichbares. Zudem werden noch längst nicht alle Programme, die für Windows programmiert werden, auch für Apples Betriebssysteme OS X / iOS angeboten. Das bedeutet im Zweifelsfall eine eingeschränktere Auswahl, besonders im Bereich Lernprogramme und Spiele.

Fazit

Jede der hier vorgestellten Computerarten hat ihre Vor- und Nachteile. Daher lässt sich eine definitive Antwort auf die Frage „Welches ist der ideale Schülercomputer?“ kaum geben. Wirklich ideal wäre an dieser Stelle eine Kombination aus (Windows-)Laptop und Tablet. Damit ließe sich das Beste aus beiden Geräten verbinden. Der Desktop-PC hat zwar seine Vorteile im Bereich der Modularität, aber seine Ortsgebundenheit macht ihn für den Schulbetrieb zu unflexibel. Zudem lässt sich auch ein Laptop durch externen Bildschirm, Tastatur und Maus zu einem Ad-hoc-Desktop machen. Entscheidet man sich für die eingangs genannte Variante, könnte es finanziell so vonstattengehen, dass ein hinreichend leistungsfähiges Notebook von einem günstigen Tablet ergänzt wird. Die Haupt-Arbeit wie Hausaufgaben werden am Laptop erledigt, das Tablet dient dann als E-Book-Reader mit Internetfunktion und der Möglichkeit, im PC erstellte Dateien unterwegs betrachten zu können. Achtung Eltern: Viele Mobilfunkanbieter ermöglichen es bei der Handy-Vertragsverlängerung auch, statt einem neuen Telefon ein Tablet zu bekommen. Wenn das eigene Handy noch nicht in Rente soll, kann so quasi kostenlos ein Tablet ins Haus geholt werden.
Bildquellen: 1,2 &3: OpenClipartVectors (CCO-Lizenz) pixabay.com

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