Global mobil sein: Das sind die Optionen und Problemstellungen

Wer sich ins Ausland begibt, besonders außerhalb der EU, der hat, was sämtliche mobilen Funktionen zwischen reiner Telefonie, Internetsurfen und Datendiensten anbelangt, als Deutscher schnell ein Problem. Denn was hierzulande günstig ist, wird schon oftmals dann teuer, wenn man nur von Deutschland aus „nach draußen“ telefonieren möchte. Doch glücklicherweise hält die digitale Welt zahlreiche Lösungsvorschläge parat.

telefonieren und surfen unterwegs

1. Sonderfall EU

Dabei als erstes die positive Nachricht vorweg. Solange man sich innerhalb der EU befindet und auch nur in ein anderes EU-Land telefoniert, muss man mittlerweile (nach langem, zähem Ringen) gar keine besonderen Vorkehrungen mehr treffen. Was das Roaming anbelangt, wird die gesamte EU heute quasi als ein Land betrachtet, dementsprechend gibt es hier keine Zusatzkosten mehr, egal wo genau man sich befindet.

Allerdings: Auch wenn dies beim Telefonieren grundsätzlich gilt, so dürfen Anbieter nach wie vor Datenvolumina reduzieren oder auch Schwierigkeiten machen, sobald der dauerhafte Wohnsitz nicht deckungsgleich mit dem Ort ist, an dem der Provider sich befindet bzw. der Mobilvertrag abgeschlossen wurde. Ganz einfaches Beispiel: Man plant eine Reise nach Südfrankreich, will dort sein deutsches Handy auch als Navi benutzen und verbraucht dementsprechende Daten-Volumina. In dem Fall könnte es möglich sein, je nach Provider, dass man nur noch ein reduziertes Volumen bekommt, auch wenn man weiterhin ganz frei telefonieren könnte.

2. Aus Deutschland nach draußen – 1

Der Partner hält sich für ein halbes Jahr in den USA auf – oder Australien, Chile oder einem anderen Land außerhalb der EU. In dem Fall wird es schon kritischer, mit ihm in Kontakt zu treten. Ruft man selbst jeden Abend an, kann man darauf vertrauen, a) mehr dafür zu zahlen als bei einem nationalen oder EU-weiten Gespräch und b) mitunter auch gar nicht außerhalb der EU telefonieren zu können, je nachdem, welchen Anbieter man hat.

Wer wirklich regelmäßig ins Ausland telefoniert, dem sei deshalb angeraten, sich entweder nach seinem Provider nach zubuchbaren Programmen zu erkundigen oder (das ist für Vieltelefonierer die meist günstigere Lösung), sich bei global operierenden Anbietern umzutun. Vor allem Lebara Mobile betreut hierzulande diesen Markt und bietet auch Prepaid-Tarife an, bei denen unbegrenzt auch in andere Länder telefoniert werden kann. Das ist vor allem dann eine gute Option, wenn man selbst eben jederzeit nach dorthin telefonieren möchte und auch der Angerufene nicht immer an einem Ort ist.

Tipp: Falls man den letztgenannten Weg einschlagen möchte und es wirklich nur um Telefonie geht, sollte man sich ein günstiges Tastenhandy besorgen, in das die internationale SIM gesteckt wird – andernfalls müsste man entweder seine Karte immer wieder umstecken (was bei Geräten mit SIM-Lock gar nicht möglich ist) oder aber ein Dual-SIM-Smartphone in seiner gewünschten Leistungsklasse kaufen, was mitunter teuer ist.

3. Aus Deutschland nach draußen – 2

Wenn es mehr sein soll als die reine Telefonie oder man aber sicherstellen kann, dass beide Gesprächspartner an einem festen Ort sind (etwa zuhause), dann empfiehlt es sich für beide, konsequent auf WLAN zu setzen. Hier wiederum bestehen zahlreiche Möglichkeiten. Wer etwa WhatsApp installiert hat, kann darüber auch (Video)Anrufe tätigen. Allerdings sei angemerkt, dass dabei beide Parteien Daten senden, alleine beim reinen Telefonieren rund 1,5MB pro Minute, bei Videotelefonie bis zu 5MB – und dabei würde auch das Volumen des Angerufenen sinken, weshalb man die Funktion nur mit WLAN nutzen sollte.

4. Im Nicht-EU-Ausland nach dort telefonieren

Wenn man nun selbst im Nicht-EU-Ausland ist, gelten wiederum völlig andere Regeln. Mal angenommen, man befindet sich in den USA und möchte einen dort lebenden Bekannten anrufen. In dem Fall wäre es die mit Abstand aufwendigste und teuerste Variante, dies von seinem deutschen Provider aus zu tun. Denn hier gelten noch die „schlechten alten“ Roaminggebühren und es macht keinen Unterschied, ob man von dort nachhause telefoniert oder jemanden lokal anruft.

Option 1 wäre abermals der Verweis auf Lebara, weil man hier auch solche Tarifmodelle vorrätig hält. Allerdings lohnt sich das vornehmlich, wenn man sehr häufig dort unterwegs ist.

Option 2 hingegen ist die einfachste Variante für den normalen Urlauber oder Geschäftsreisenden, der nur wenige Tage bis Wochen im Land bleibt. Sie besteht darin, für die normale Handynutzung innerhalb des Landes auf eine örtliche SIM zu setzen.

Wichtig: Unter anderem in den USA verwendet Mobilfunk andere Frequenzbänder als hierzulande. Beispiel, in Deutschland ist die Basis das GPRS-Netz. Das wurde für den 900MHz-D-NetzBereich konzipiert. In den USA indes wäre das GSM 1900MHz. Und mit jedem anderen Funkstandard gibt es andere Frequenzen. Alleine was LTE anbelangt, sind es schon unzählige.

Normalerweise ist das heute für moderne Smartphones kein Thema mehr, die beherrschen alles und haben die Technik installiert, notfalls zu switchen. Wer allerdings mit einem Günstig-Handy einreist und dort eine nationale SIM einstecken will, kann wiederum schon Pech haben. Diese Geräte sind nicht zwingend so flexibel. In dem Fall sollte man dann dort neben der SIM auch ein Einfachst-Handy erstehen.

5. Im Nicht-EU-Ausland in die EU telefonieren

Das vorletzte Problem unseres Artikels ist die problematischste Nuss: Von dort nach Deutschland bzw. ein anderes EU-Land telefonieren. Falls man eine nationale Prepaid-SIM hat, gibt es leider keine Pauschalantwort. Da sind die Möglichkeiten so vielfältig wie die Länder. Mindestens wird es mehr kosten, häufig jedoch auch unmöglich sein. Abermals kann man hier nur raten, beim Kauf der nationalen Prepaid-SIM auf ein möglichst hohes Datenvolumen zu achten, damit man über WhatsApp nachhause telefonieren kann.

6. Im Nicht-EU-Ausland mit anderen Geräten surfen

Ob nun Notebook oder bloß WLAN-fähiges Tablet. Wer solche Geräte im Ausland für ihren ureigensten Zweck nutzen will, ist auf Gedeih und Verderb auf WLAN angewiesen. Es sei denn, er besorgt sich vor der Abreise einen mobilen Hotspot. In den kommt eine nationale Prepaid-SIM mit hohem Datenvolumen und man kann die Geräte auch im tiefsten Outback über das Handynetz ganz normal nutzen, als würde man im Hotelzimmer das WLAN verwenden.

Bildquellen:

1) unsplash.com © Jens Johnsson

2) unsplash.com © Cyriac Jannel

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