Vernetzung in der Logistik – der Schlüssel zum Erfolg

Vernetzung. Mit diesem Begriff wird jeder konfrontiert, doch gerade in der Logistik ist die Vernetzung so wichtig, wie noch nie. Moderne Netzwerktechnologien, Systeme und Möglichkeiten kommen in so vielen logistischen Bereichen zum Einsatz, dass der Betrieb praktisch stillsteht, wenn nichts mehr geht. Dennoch verzichten zu viele Unternehmen auf Lösungen, die den eigenen Arbeitsalltag effizienter und gewinnbringender gestalten könnten. Dieser Artikel schaut sich einmal an, warum die Vernetzung so wichtig ist und inwieweit sich die Digitalisierung noch auf die Branche auswirken wird.

Lageretikett

Abbildung 1: In der Logistik spielen Barcodes und Etiketten eine wichtige Rolle – so lässt sich die Vernetzung effizient nutzen.

Warum ist die Vernetzung so wichtig

Die Vernetzung spielt in der Logistik nicht nur eine einzelne Rolle, sondern unterstützt Unternehmen – welcher Art auch immer – in vielen Bereichen:

  • Lagerung – ein gut vernetztes und somit sortiertes Lager ist bares Geld wert. Es genügt ein einziger Blick ins System, um zu sehen, wo sich die Ware befindet und wie viele Stückzahlen noch verfügbar sind. Das ist insbesondere für Inhaber eines Onlineshops wichtig, denn dort sollten die Verfügbarkeiten angezeigt werden. Feste Lagerplätze sparen Zeit beim Versand, da die Pakete wesentlich schneller gepackt werden können.

  • Bestellungen – viele Unternehmen sind auf Waren von außerhalb angewiesen. Bei ihnen dient die Vernetzung der zeitigen Nachbestellungen, sodass die Bänder nicht stillstehen.

  • Versand – sobald ein Versandgeschäft größer wird, müssen Mitarbeiter rasch packen. Manche Betriebe stellen auch schon auf den automatischen Versand um, bei dem die Waren über ein System automatisch aus dem Lager geholt werden.

  • Unterwegs – vernetzte Pakete lassen sich unterwegs nachverfolgen. Für Versandbetriebe ist dies ein großer Vorteil, da sie Kunden gegenüber sichere Aussagen tätigen können, Kunden hingegen können endlich planen, wann das Paket kommt. Das schafft eine größere Zufriedenheit, da der Käufer nicht mehr einen halben Tag zu Hause warten muss, bis denn sein Paket endlich mal zugestellt wird.

Gerade in großen Lagern ist die Vernetzung unumgänglich. Hochregallager werden seltenst von Hand sortiert, sondern maschinell. Ohne einen im System hinterlegten Lagerplatz funktioniert das System nicht. Allerdings bedingt die Vernetzung eine saubere Vorarbeit, da die Ware ausgezeichnet und gescannt werden muss, um überhaupt im System auffindbar zu sein.

Mobile Datenerfassung – Komfort in der Logistik

Immer wichtiger wird die mobile Datenerfassung durch MDE Geräte. Darunter werden Apparate zum Scannen oder zum Eintragen verstanden, die via WLAN, Funk oder LTE mit einem Endsystem verbunden sind. Die handlichen Geräte ermöglichen ein rascheres und komfortableres Arbeiten:

  • Warenannahme – kommt eine Palette mit Produkten, können die Produkte nun direkt und fix eingescannt und ins System übertragen werden. Die Palette muss nicht erst zu einem Scanner gebracht werden, sondern der Scanner ist gleich bei der Annahme zur Hand. Die Lieferscheine lassen sich so natürlich auch besser abgleichen und kontrollieren.

  • Bestellungen – anstatt mühsam mit Listen zu arbeiten und die Bestellungen von Hand einzugeben, bieten die Scanner die Möglichkeit, direkt am Regal die Bestellung einzugeben. Der Vorteil: Der bestellende Mitarbeiter sieht den Warenbestand vor sich und kann gleich vor Ort entscheiden, wie viel nachbestellt werden muss.

  • Lagerhaltung – alles, was im Lager ist, kann eingescannt und ins Warenwirtschaftssystem übertragen werden. Engpässe, Überlieferungen oder Fehllieferungen werden gleich erkannt. Ein gut sortiertes System unterstützt Unternehmer zudem bei der Inventur – und kann unterstützen, wenn es darum geht, Diebstahl im eigenen Unternehmen aufzuklären.

  • Versandgeschäft – auch hier kommen mobile Scanner zum Einsatz. Liefert ein Betrieb aus, werden die Pakete eingescannt, sobald sie auf den Wagen kommen. Werden sie dem Kunden übergegeben, werden sie erneut gescannt und als abgeliefert markiert.

Die mobile Datenerfassung kann in der Logistik an beinahe jedem Ort eingesetzt werden. Unternehmer müssen nur darauf achten, dass sie mit dem Warenwirtschaftssystem kompatibel sind. Wer überwiegend ausliefert, sollte auf eine gute Netzwerkverbindung via LTE achten.

Wie wird die weitere Digitalisierung die Logistik weiter verbessern?

Im Grunde läuft die Digitalisierung gerade in der Logistik auf das Internet der Dinge hinaus. Einzelne Teile innerhalb eines Raumes oder eines Bereichs kommunizieren untereinander und verfolgen einen festgelegten Prozess. Das wird zu etlichen Verbesserungen führen:

  • Großlager – große Lager, auch Lager, die von mehreren Unternehmen gemeinsam genutzt werden, werden bevorzugt. Durch die größeren Lagerhallen wächst der Stauraum.

  • Roboter – schon heute gibt es viele Lager, in denen Logistikmitarbeiter nur noch eine kontrollierende Funktion einnehmen. Die Beschaffung von Waren aus dem Lageroder die Einlagerung von Neuwaren wird automatisiert von Robotern durchgeführt. Das System ist gerade bei großen Lagerhallen fehlerfreier und ermöglicht natürlich, ganz andere Lagerhallen zu nutzen, da weniger Arbeitsvorschriften beachtet werden müssen.

  • Automatisierte Vertrieb – ein gut vernetztes Lager kann an den automatischen Vertrieb angeschlossen werden. Die Pakete werden teils von Robotern, teils von Mitarbeitern gepackt, bewegen sich aber über ein Laufband, das die Sortierung vornimmt. Bereits beim Packen kann ein Logistikunternehmen die Pakete auf einzelne Wagen aufteilen, wodurch die Tourenplanung vereinfacht wird.

  • Echtzeitverfolgung – einige Unternehmen gehen bereits diesen Weg, doch wird er sich immer mehr verbreiten. Die Echtzeitverfolgung von Paketen ist das Maß der Dinge und wird in Zukunft von Kunden erwartet.

Natürlich müssen Unternehmen sich auf die Zukunft einstellen. Das heißt für viele Betriebe einen drastischen Wandel der Lagerhaltung, da noch immer erschreckend viele Unternehmen kein automatisches Warenwirtschaftssystem nutzen und den Lagerbestand per Hand eingeben. Die Umstellung erfordert natürlich einen großen Aufwand, doch befindet sich erst einmal jede Ware im System, ist die Logistik um ein Vielfaches einfacher.

Vernetzung

Abbildung 2: Auf Lagerdaten von überall aus im Unternehmen zugreifen zu können, vereinfacht heute vieles.

Fazit

Die Vernetzung unterschiedlicher Unternehmensbereiche ist der Weg, um als Betrieb auch logistisch auf der Höhe zu bleiben. Dabei darf freilich nicht das Lager vergessen werden, denn ohne die Vernetzung und mobile Lösungen zur Datenerfassung geht es hier kaum noch. Die Umstellung mag kompliziert erscheinen, doch lohnt sie sich auf lange Sicht, da die Prozesse und Arbeitsabläufe wesentlich komfortabler und zeitsparender werden. Zudem kann auf einen hohen Warenbestand im Lager verzichtet werden, wenn über die Warenwirtschaft erkenntlich ist, wann eine Nachbestellung zu erfolgen hat.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ stux (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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